Bibelübergabe
Am Donnerstag, dem 8. Oktober 2009, 10:00 Uhr, wird im Evangelischen Seniorenzentrum „Richard Kirstein“ eine Bibel durch die Urenkelin von Richard Kirstein, Anita Barkow-Kirstein, an das Seniorenzentrum übergeben.
Das Besondere der Bibel ist eine Widmung, die Johann Hinrich Wichern, der Begründer der modernen Diakonie, darin an Richard Kirstein geschrieben hat.
Die Urenkelin von Richard Kirstein, Anita Barkow-Kirstein, hatte Anfang des Jahres den Wunsch geäußert, die historische Bibel an das Seniorenzentrum übergeben zu können.
Während der Veranstaltung wird der Geschäftsführer des Diakonischen Werkes der Uckermark einer langjährigen Mitarbeiterin das Goldene Kronenkreuz, die höchste Ehrung des Diakonischen Werkes für Mitarbeitende, überreichen.
Johannes Heinrich Richard Kirstein
(geboren 21. März 1844 in Hirschberg, gestorben 6. Januar 1926 in Berlin-Dahlem)
Im Jahre 1890 trat der Pfarrer und Diakonus Johannes Heinrich Richard Kirstein sein Amt in Templin an.
Er entstammte einer Kaufmannsfamilie aus Hirschberg und hatte das Gymnasium seiner Vaterstadt besucht. Nach dem Studium auf den Universitäten Halle und Tübingen erhielt er seine Ordination Anfang des Jahres 1872. Nachdem er zwei Jahre als Hilfsprediger tätig gewesen war, übernahm er die Pfarrstelle in Helsingfors und acht Jahre später eine am evangelischen Johannestift zu Berlin-Spandau, die er bis zu seiner Wahl als Pfarrer in Templin innehatte.
Er baute im Februar 1891 den bereits in Templin bestehenden "Evangelischen Jünglingsverein" zum "Evangelischen Männer- und Jünglingsverein" aus und war im kirchlichen Leben überaus tätig und rührig. Der engagierte Pfarrer kaufte für den Verein das "Rettungshaus" in der ehemaligen Arminstraße (heute Standort des Evangelischen Seniorenzentrums "Richard Kirstein", Prenzlauer Allee 2).
Richard Kirstein schuf dort ein "Evangelisches Vereinshaus", das Heimstatt und Begegnungsstätte vieler Familien der Gemeinde wurde. Dort wurde herzliche Gemeinschaft, Belehrung und Erbauung im Sinne eines tatkräftigen Christentums gepflegt.
Nach 25-jähriger Tätigkeit trat der Diakonus Richard Kirstein im März 1915 in den Ruhestand. Er siedelte nach Berlin-Dahlem über. Sein Weggang wurde allgemein bedauert, hatte er sich doch viele Herzen, besonders die der Notleidenden und Armen durch seinen Uneigennutz und seine nie ermüdende und versiegende Wohltätigkeit erobert.
Die Stadt ernannte ihn "in dankbarer Anerkennung seiner langjährigen segensreichen Wirksamkeit und seiner Verdienste um die Stadt" 1916 zum Ehrenbürger.
1926 starb Pfarrer Richard Kirstein, und wurde am 9. Januar auf dem St.-Georgen-Friedhof beigesetzt.



