Projekt Ehrenamt

Ehrenamtlichen Arbeit in Ketzin
Ehrenamtlichen Arbeit in Ketzin

Der Landesausschuss für Innere Mission kann auf ein Jahr mit besonderen Aktivitäten zur Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements zurückblicken. Seit Februar 2008 galt es einem auf ein Jahr befristeten Projekt verstärkt für die einzelnen Einrichtungen des LAFIM Ehrenamtliche zu gewinnen, Mitarbeitende für die Begleitung Ehrenamtlicher zu schulen und Ehrenamtliche auf die Arbeit in unseren Einrichtungen und Diensten für alte und behinderte Menschen vorzubereiten. Viele des Projektes, das an mehreren konkreten Stellen von der Pflegeinitiative, später beginnt, jetzt des Land Brandenburg, unterstützt wurde, waren:

 

Für Menschen, die auf Pflege und Betreuung angewiesen sind durch die Gewinnung von Ehrenamtlichen, zusätzliche Ressourcen zu erschließen und dadurch zu einer besseren Lebensqualität zu verhelfen. Das Ziel lag eindeutig in der Verstärkung zusätzlicher Angebote neben den bereits vielfältigen bestehenden Beteiligungsmöglichkeiten. In den Blick genommen wurden Tätigkeiten wie z. B.:

-   Bewohner einzeln betreuen
-   Vorlesen
-   Spazieren gehen
-   Bewegungsangebote für Gruppen
-   Schaukästen betreuen
-   Heimzeitungen verfassen
-   Klavier oder Gitarre zur Unterhaltung spielen oder als musikalische Begleitung
-   Gemeinsames Singen
-   Unterstützung beim Bewohner Kaffee trinken
-   Jahreszeitliches Basteln und Gestalten

  

Übergabe des Projektberichtes an die Ministerin am 19. Februar 2009 in den Zentralen Diensten
Übergabe des Projektberichtes an die Ministerin am 19. Februar 2009 in den Zentralen Diensten

Für die Ehrenamtlichen professionelle und attraktive Strukturen beim Träger und in den Einrichtungen vor Ort schaffen oder vorhandene Strukturen optimieren, um so die Motivation der Ehrenamtlichen zu stärken, aufrecht zu erhalten und neue Ehrenamtliche zu gewinnen.

Für Ehrenamtliche ein klar beschriebenes Tätigkeitsfeld „Pflegepaten“ entwickeln.

 

Mit der offiziellen Übergabe des Projektberichtes an die Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Familie am 19. Februar 2009 in den Zentralen Diensten des LAFIM (Foto einstellen) wurde das auf ein Jahr befristete Projekt beendet.
Vieles wurde in dem zurückliegenden Jahr erreicht. Das Thema „Ehrenamt“ oder wie andere sagen „Bürgerschaftliches Engagement“ oder „Freiwilligenarbeit“ war in den Einrichtungen des LAFIM in aller Munde. Bei Mitarbeitertagen der Jahreskonferenz und Workshops haben sich alle Leitungskräfte sowie viele Mitarbeitende mit dem Thema Beteiligung von Ehrenamtlichen auseinandergesetzt. Die Fortbildungen wurden von kompetenten und erfahrenen „Streitern“ für das Ehrenamt gestaltet. Die Fortbildungsveranstaltungen waren ein großer Erfolg und führten dazu, dass manch Hauptamtlicher eine neue Sichtweise und verstärktes Interesse an der Beteiligung von Ehrenamtlichen erhielt.
Schon sehr schnell, nach Beginn des Projektes, wurde deutlich, dass nicht gleichzeitig in allen über 35 Einrichtungen des LAFIM das Projekt Ehrenamt vorangebracht werden konnte. So entschieden sich die Verantwortlichen für die sehr konkrete Arbeit im Geschäftsbereich Mitte, der Dienste für Menschen im Alter und die Umsetzung bei Fliedners, den Diensten für behinderte Menschen beim LAFIM.

Nach einer Bestandsaufnahme über die personellen, finanziellen und zeitlichen Ressourcen wurden sehr schnell die Schwachstellen der bisherigen Arbeit mit und für Ehrenamtliche deutlich. Hier galt es gegenzusteuern und Neues zu entwicklen. Die Projektgruppe konnte einen Leitfaden „Freiwilligenarbeit beim LAFIM“ erarbeiten. Dieser Leitfaden legt das Verständnis und den Umgang mit Ehrenamtlichen in allen Einrichtungen des LAFIM fest.

Die Projektgruppe hat im weiteren Verlauf ein Tätigkeitsprofil für Pflegepaten erarbeitet, das in einem Flyer „Pflegepaten“ mündete. Wo immer der Begriff „Pate“ verwendet wird, treten Menschen als Begleiter auf. Pflegepaten haben die Aufgabe Menschen zu begleiten, die sich durch ihre Pflegebedürftigkeit in einer herausfordernden Situation befinden und auf andere Menschen angewiesen sind, um für ihr Wohlbefinden zu sorgen. Pflegepaten, so sieht es das Konzept vor, sind für einzelne Bewohner verantwortlich, insbesondere für Bewohner, die keine Angehörigen haben.

Ein weiterer Erfolg des Projektes ist es, dass in den allermeisten LAFIM-Einrichtungen bereits ein Ehrenamtskoordinator benannt wurde. Viele konnten für ihre Aufgabe auch schon geschult werden. Die Gewinnung zusätzlicher ehrenamtlich Tätiger ist ein Gewinn für die Bewohner in unseren Einrichtungen und Diensten.

In seinem Grußwort während der Veranstaltung zur Übergabe des Projektberichtes an die Ministerin konnte der Vorstandsvorsitzende des LAFIM, Christian Tölken, ein Fazit ziehen: „Wo die Menschen immer älter werden, wird es wichtiger, dass Nachbarn und ehrenamtlich Engagierte bereit sind, zu helfen, eine Alltagskultur in den Einrichtungen und eine Kultur der Zuwendung und des Normalen zu gestalten. Dies hat unser Projekt Ehrenamt eindrucksvoll bestätigt. Unsere Arbeit mit ehrenamtlich engagierten Bürgerinnen und Bürger hat dadurch neue Impulse für die Zukunft erfahren. Ehrenamtliche können und sollen die Hauptamtlichen nicht ersetzen, denn Ehrenamtliche haben ihren eigenständigen und besonderen Auftrag. Was Ehrenamtliche einbringen und an Alltagskultur in unseren Einrichtungen ermöglichen, hat seinen ganz eigenen besonderen Wert. Wir sind dankbar dafür, sehr geehrte Frau Ministerin, dass ihr Ministerium unsere Anstrengungen wieder einmal so engagiert unterstützt und gefördert hat.“

Horst Gürtler