Chronik

Zur Geschichte:
Das Evangelische Seniorenzentrum "Johann Hinrich Wichern" in Cottbus wurde am 7. März 2005 in Anwesenheit des damaligen Präsidenten des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in Deutschland, Dr. Jürgen Gohde, und der Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Familie des Landes Brandenburg, Dagmar Ziegler, eingeweiht.
Die Einrichtung hat heute 60 vollstationäre Pflegeplätze, 12 Tagespflegeplätze und 10 Wohnungen für Betreutes Wohnen im Heim.
Stationäre Altenhilfe der Inneren Mission hat in Cottbus jedoch eine lange Tradition. Bereits 1937 wurde ein Haus in der Mühlenstraße als „Herberge zur Heimat“ eröffnet. Nach dem Krieg wohnten dort Umsiedler. Die von der Cottbuser Stadtmission geführte Einrichtung übernahm der Landesausschuss für Innere Mission ab dem Jahr 1968. wurde nach langwierigen Verhandlungen mit dem Bau eines neuen Gebäudes begonnen. Das 1972 eingeweiht werden konnte. Moderne Altenpflege war in dem zum Teil unter Denkmalschutz stehenden Häusern nach der Wende und bei hoher Pflegebedürftigkeit der Bewohner nicht gegeben. Die Grundstückssuche für einen Neubau gestaltete sich im Stadtzentrum von Cottbus als schwierig. Erst im Jahre 2003 konnte mit dem Bau eines neuen Seniorenzentrums begonnen werden. Am 26.11.2004 verabschiedeten sich die Bewohner, Mitarbeitenden und Angehörigen mit einer Andacht vom Standort des Wichernhauses in der Mühlenstraße und zogen am gleichen Tag in den Neubaukomplex um.
Bewohner, Mitarbeitende und der Träger möchten beim Umzug den traditionsreichen Namen Wichern auch im neuen Haus nutzen. Deshalb erhält die Einrichtung den Namen "Johann Hinrich Wichern" nach einem der Begründer der Inneren Mission der Evangelischen Kirche in Deutschland.

Daten zum Gebäude
            Bewilligungsbescheid:        10.07.2003
            Architekt:                           Helga Töpfer – Architekturbüro Töpfer
            Kosten:                              5,54 Millionen Euro
            Grundsteinlegung:              10.10.2003
            Richtfest:                           11.03.2004
            Einzug:                               26.11.2004
            Einweihung:                        07.03.2005

Leiter des Wichernhaus:       01.09.1963 – 30.11.1981       Max Wienert
                                               01.12.1981 – 30.06.2000       Manfred Janke
                                               01.07.2000 – 31.08.2004       Michael Voigt
Leiter des Ev. Seniorenzentrum "Johann Hinrich Wichern
                                               seit 01.09.2005                       Iris Link

Zu unserem Namen
Geboren wird Johann Hinrich Wichern am 21. April 1808. Schon in seiner Jugendzeit lernt er die "entsetzliche Elendswelt Hamburg" kennen.
Hamburger Pfarrer bestärken Wichern, Theologie zu studieren. Während seines Studiums in Göttingen und Berlin lernt er den berühmten Theologen Schleiermacher kennen. Zurückgekehrt nach Hamburg engagiert er sich für die Sonntagsschularbeit an den ärmsten Kindern der Stadt. Der junge Wichern wird Mahner und zugleich Impulsgeber in seiner Heimatstadt.
Am 31. Oktober 1833 zieht in das "Rauhe Haus". Wenige Tage später kommen die ersten Knaben "die zu den verkommensten der Stadt gehören" zu ihm, um hier Hilfe zu erfahren.
Er nimmt sich der Menschen an, gibt ihnen neue Perspektiven und gründet wenig später eine Ausbildungsstätte, in der junge Männer vor allem den Beruf eines Erziehers, später Diakons, lernen können. Das "Rauhe Haus“ wird damit die Wiege der berühmtesten Rettungsanstalt Hamburgs und das „Geburtshaus“ der Inneren Mission.
Geheimnis seiner Erziehungsarbeit sind zwei Begriffe: Vergebung und Vertrauen.
Im Revolutionsjahr 1848 hält Wichern am 22. September auf dem Kirchentag in Wittenberg seine in die Geschichte eingehende Rede. Er ruft angesichts der gesellschaftlichen Situation die evangelischen Christen zur tätigen Nächstenliebe auf.
1854 gründet er das Ev. Johannesstift in Berlin. Nach langer schwerer Krankheit stirbt Johann Hinrich Wichern am 7. April 1881.