Chronik
Zur Geschichte:
Im Jahre 1892 stifteten die Ziegeleibesitzer Friedrich Albrecht und seine Frau Friederike im Gedenken an ihren einzigen, am 10. November 1897 im Alter von 26 Jahren in der Fremdenlegion an Typhus verstorbenen Sohn, Friedrich, der Stadt Ketzin das Wohnhaus in der Potsdamer Straße 8 als Krankenhaus.Weiterhin war es das Ansinnen der Familie Albrecht, die medizinische Betreuung der Ketziner Bevölkerung, insbesondere der Behandlung der recht vielen Unfallopfer unter den Ziegeleiarbeitern, zu verbessern.
Im Jahre 1934 schenkte die Stadt Ketzin das gesamte Anwesen dem damaligen Provinzial- ausschuss für Innere Mission, in dessen diakonischer Trägerschaft sich das Haus bis heute befindet, verbunden mit der Bitte, die Arbeit an alten und hilfsbedürftigen Menschen fortzusetzen.
Die Leitung des Hauses lag in den kommenden Jahrzehnten in couragierten Händen zweier Schwestern aus dem Paul-Gerhardt-Stift und anschließend von Diakonissen aus dem Friedenshort - Heiligengrabe, die nach dem Kriegsende vielen Flüchtlingen eine einstweilige Bleibe anboten und sie aus dem angrenzenden Hausgarten mit Obst und Gemüse versorgten.
Mit dem Ende des 2. Weltkrieges und der folgenden Währungsunion in der östlichen Besatzungs- zone gerieten die Heime des Provinzialausschusses in große finanzielle Nöte. Verschärft wurde dieser Umstand durch die Tatsache, dass die Geschäftsstelle des Provinzialausschusses im damaligen West-Berlin lag, als eingetragener Verein beim Amtsgericht Charlottenburg registriert war und den geschäftsführenden Personen die Kontovollmacht und die Zeichnungsberechtigung für die vielen Heime in der DDR entzogen wurde.
Um dem rechtlich sowie finanziell ungeschützten Zustand der Heime auf dem Gebiet der DDR entgegenzuwirken, kam es im Jahre 1950 zum Beschluss, die Einrichtungen des Provinzial- ausschusses im östlichen Währungsgebiet als Landesausschuss für Innere Mission im Land Brandenburg zu verselbständigen, mit dem Dienstsitz in der Potsdamer Gregor-Mendel-Straße.
Zum ersten Direktor wurde Pfarrer Kurt Bohm berufen.
Mit großem Verhandlungsgeschick gelang es ihm in den folgenden Jahren, die Heime des Landesausschusses finanziell zu konsolidieren und vor dem staatlichen Zugriff und der Enteignung durch die DDR-Behörden zu bewahren.
In Ketzin bemühten sich die verantwortlichen Heimleiterinnen und Heimleiter in den Jahrzehnten nach dem Krieg mit liebevoller Hingabe, Beharrlichkeit und Gottvertrauen, das Altenpflegeheim und die angrenzenden Gebäude zu erhalten und mit viel Aufwand die Wohnbedingungen der Bewohner zu verbessern.
Nach der politischen Wende im Jahre 1989 wurde schnell deutlich, dass das Haus für die Zukunft zu klein sein wird und den neuen baulichen Standards nicht entspricht.
Im Jahre 1991 kaufte der Landesausschuss für Innere Mission aus dem Besitz und mit großer Unterstützung und Übereinstimmung der Nachkommen des Stifters, Friedrich Albrecht, das benachbarte Flurstück, um dort ein neues Altenheim für die Bewohner der Stadt Ketzin zu errichten und die soziale Arbeit im Sinne der Familie Albrecht fortzusetzen.
Diesem ersten Schritt sollten 8 Jahre Planungs- und Bauphase folgen, bis wir am 10.03.2000 die Übergabe des neuen Evangelischen Seniorenzentrums „Kurt Bohm“ begehen durften.
Der leergezogene Altbau wurde 2006 an Familie Fahron verkauft, die seitdem im Haus eine Praxisgemeinschaft mit drei niedergelassenen Ärzten betreiben.
Leiter der Einrichtung:
bis 1952 Paul – Gerhardt – Schwestern
ab 1952 Diakonissen vom Friedenshort Heiligengrabe
(Frieda Müller und Anneliese Röhl)
02.10.1974 – Ehepaar Münch
März 1990 – April 1997 Ehepaar Zimmermann
01.05.1997 Peter Molle
Daten zum Gebäude
Bewilligungsbescheid: vom 18.09.1998
Architekt: Architekturbüro Meyer – Meißler, Schwerin
Kosten: finanzieller Gesamtaufwand: 8.218.000,-- DM
Grundsteinlegung: 10.12.1998
Richtfest: 06.05.1999
Einzug: 26.02.2000
Einweihung: 10.03.2000 in Anwesenheit von: MP Dr. Manfred Stolpe

