Chronik

Zur Geschichte
Auf dem Grundstück des heutigen Evangelischen Seniorenzentrums "Richard Kirstein" wurde am 25.01.1854 ein Rettungshaus zur Bewahrung von Kindern gegründet.
Johannes Heinrich Richard Kirstein (21.3.1843 - 6.1.1926) war von 1890 bis 1915 Pfarrer in Templin. Er erwarb das Haus in der Prenzlauer Allee 2 und wandelte es 1890 in ein "Evangelisches Vereinshaus" und eine Herberge zur Heimat um. Es wurde Heimstatt und Sammelpunkt vieler Familien "in der herzliche Gemeinschaft, Belehrung und Erbauung im Sinne eines tatkräftigen Christentums" gepflegt wurde. Die Stadt Templin ernannte ihn 1916 zum Ehrenbürger.
Von 1914 – 1918 war das Haus Soldatenheim und Gefangenenlager, 1918 wurde es dem Evangelischen Männer- und Jünglingsverein Templin e.V. übertragen, der es am 01.04.1923 dem Herbergsverein Templin e.V. pachtweise übertrug.
Am 15. Mai 1937 ging es grundbuchamtlich an den Brandenburgischen Herbergsverband über.
Ab 1945 Flüchtlingsunterkunft und Altersheim. Am 11.05.1958 feiert Emma Berg ihr 50jähriges Schwesternjubiläum. In der Chronik ist zu lesen, dass am 23. Juli 1962 der Einbau einer Zentralheizung abgeschlossen wird. Ein Erweiterungsbau wird am 30. Juli 1966 eingeweiht.
Im Jahre 2002 wurden das bisherige Kirsteinhaus und die nebenstehende alte Bibliothek abgerissen, um Platz für ein neues Seniorenzentrum zu schaffen.
Am 14. März 2003 wurde der Grundstein für den Neubau des Evangelischen Seniorenzentrums "Richard Kirstein" gelegt. Die Bewohner des alten "Kirsteinhauses" hatten in der Reha-Klink Uckermark Aufnahme gefunden.
Am 14. Juli 2004 erfolgt der Einzug in das neue Seniorenzentrum. Es wurde am 31. August 2004 in Anwesenheit des Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg, Matthias Platzeck, eingeweiht.

 

Namenswechsel:
bis 1890         Rettungshaus (Kleinkinderbewahranstalt)
seit 1891        Herberge zur Heimat, Männer- u.Jünglingsverein
seit 1925        „Kirsteinhaus“
seit 009/2003 Ev. Seniorenzentrum "Richard Kirstein"

Leiter der Einrichtung: 
ab 1854                          Hausvater Siemann
1876 - 1888                    Hausvater Pilz
1888 - 1890                    Diakon Zietlow (1890 Umzug zum heutigen Waldhof)
1891 –1894                    Hausvater Zschuckelt
1894 – 1916                   Hausvater Schoßtag
1916 – 1919                   Familie Lehmann
ab 01.01.1919                Diakon Thiel
1933 – 23.04.1953         Diakon Philipp
ab 23.04.1953                Diakonisse Emma Berg
16.09.1960 - 1977          Diakonisse Alma Kappler
bis 1982                          Diakonisse Charlotte Martin
1982 – 1985                   Horst Beer
1985 – 1988                   Diakon Weiß
1988                               Diakon Gottfried Schmidt

Zu unserem Namen

Johannes Heinrich Richard Kirstein  
(geboren 21. März 1844 in Hirschberg, gestorben 6. Januar 1926 in Berlin-Dahlem)

Im Jahre 1890 trat der Pfarrer und Diakonus Johannes Heinrich Richard Kirstein sein Amt in Templin an. 
Er entstammte einer Kaufmannsfamilie aus Hirschberg und hatte das Gymnasium seiner Vaterstadt besucht. Nach dem Studium auf den Universitäten Halle und Tübingen erhielt er seine Ordination Anfang des Jahres 1872. Nachdem er zwei Jahre als Hilfsprediger tätig gewesen war, übernahm er die Pfarrstelle in Helsingfors und acht Jahre später eine am evangelischen Johannestift zu Berlin-Spandau, die er bis zu seiner Wahl als Pfarrer in Templin innehatte. 
Er baute im Februar 1891 den bereits in Templin bestehenden "Evangelischen Jünglingsverein" zum "Evangelischen Männer- und Jünglingsverein" aus und war im kirchlichen Leben überaus tätig und rührig. Der engagierte Pfarrer kaufte für den Verein das "Rettungshaus" in der ehemaligen Arminstraße (heute Standort des Evangelischen Seniorenzentrums "Richard Kirstein", Prenzlauer Allee 2).
Richard Kirstein schuf dort ein "Evangelisches Vereinshaus", das Heimstatt und Begegnungsstätte vieler Familien der Gemeinde wurde. Dort wurde herzliche Gemeinschaft, Belehrung und Erbauung im Sinne eines tatkräftigen Christentums gepflegt. 
Nach 25-jähriger Tätigkeit trat der Diakonus Richard Kirstein im März 1915 in den Ruhestand. Er siedelte nach Berlin-Dahlem über. Sein Weggang wurde allgemein bedauert, hatte er sich doch viele Herzen, besonders die der Notleidenden und Armen durch seinen Uneigennutz und seine nie ermüdende und versiegende Wohltätigkeit erobert. 
Die Stadt ernannte ihn "in dankbarer Anerkennung seiner langjährigen segensreichen Wirksamkeit und seiner Verdienste um die Stadt" 1916 zum Ehrenbürger. 
1926 starb Pfarrer Richard Kirstein, und wurde am 9. Januar auf dem St.-Georgen-Friedhof beigesetzt.