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Monatswort

  • „Ich bin überzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll.“ Römerbrief 8,18

    Liebe Leserinnen und Leser, Paulus hat diesen Vers eingefügt in seine mitreißende Rede vom neuen...

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Bild | © Martin Dubberke

Liebe Leserinnen und Leser,

Paulus hat diesen Vers eingefügt in seine mitreißende Rede vom neuen Leben in Gottes Geist und dem darauf folgenden Lobpreis der Hoffnung für die Schöpfung und auf das Heil, das uns zugesprochen wird.

Alles Glaubenssätze, könnte man sagen. Gelten nur für die, die daran glauben. Aber Paulus glaubt nicht nur, er ist überzeugt und wenn man ihn noch genauer aus dem griechischen übersetzt, müsste man sogar sagen, er rechnet fest damit. Er möchte die christliche Gewissheit nicht nur mit sanfter Rede vermitteln, sondern mit der Kraft von Wort und Sprache. Das ist sein Bild von Mission. Wie können wir Rechenschaft von der Botschaft, die uns trägt, ablegen, wenn nicht durch eine verständliche und einleuch­tende Rede. Paulus ist dabei natürlich in Bildern und Vorstellungen seiner Zeit geblieben. Er hat aber deutlich unerschrockener und selbstbewusster argumentiert, als wir es heute tun.

Wie will ich mit der Sprache von Leiden, Herrlichkeit und Offenbarung noch selbstverständ­lich einen Gottesdienst gestalten, in dem Besucher*innen sitzen, für die es gar nicht selbstverständlich ist? An anderer Stelle sagt Paulus nicht nur „ich bin überzeugt“, sondern sogar „ich weiß“. Das würde ich mich als eine seiner nachfolgenden Predigerinnen nicht getrauen - nämlich Wissen und Überzeugung des Glaubens neben Wissen und Überzeugung in der Mathematik zu stellen. Liegen da nicht ganz wesentliche Unterschiede dazwischen? 1600 Jahre nach Paulus hat der französische Mathematiker, Physiker und Philosoph Blaise Pascal (1623-1662) sich intensiv damit beschäftigt, welche Argumente den gebildeten religiösen Skeptikern aus seinem Kollegenkreis einleuchten könnten. Er hat versucht, mit logischen Gedankenketten und Mitteln der Wahrscheinlichkeitsrechnung Gott argumentativ zu belegen. Nach seinem Tode fand man letzte Aufzeichnungen, mit Sätzen wie „Es ist der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, nicht der Philosophen und Gelehrten. Es ist der Gott Jesu Christi“. Blaise Pascal wusste schließlich doch genau, dass Glaubenserfahrung, Glaubensbildung doch etwas anderes ist als Glaubensgewissheit. Sie lässt sich nicht durch vernünftige Überlegungen bewirken, sondern ereignet sich im Herzen.

Ein Licht geht uns auf in der Dunkelheit,
durchbricht die Nacht, und erhellt die Zeit.
Licht der Liebe, Lebenslicht,
Gottes Geist verlässt uns nicht.

Zu Beginn der Passionszeit grüßt Sie

Pfarrerin Friederike Pfaff-Gronau
Theologischer Vorstand