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  • „Da sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut" Matthäus 2,10

    Liebe Leserinnen und Leser, Was für eine Entdeckung, dieser Stern! Weise aus dem Morgenland, so...

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Bild | © Martin Dubberke

Freude ist wie ein Weizenkorn…

…, das in die Erde fällt, keimt, wächst und Früchte trägt. Wir kennen das, wenn ein Miesepeter ins Team kommt, kippt oft die Stimmung. Kommt aber jemand ins Team, der sich freuen kann, der Freude ausstrahlt, wird es nicht lange dauern, bis die Saat im Team aufgeht und sich die Stimmung ändert, die Freude allmählich die verhärteten Herzen aufbricht, die Arbeit mehr Spaß macht und man zu einem motivierten Team wird. 

Freude, das ist das Thema des Sonntags Lätare, der seinen Namen von einem Vers aus dem Buch Jesaja hat:

Laetamini cum Jerusalem
Freut Euch mit Jerusalem
Jesaja 66,10

Dem gegenüber steht der Wochenspruch aus dem Evangelium des Johannes, Kapitel 12, Vers 24:

Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und es erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.

Sie merken, ich habe eingangs mit diesem Bild gespielt. Das Bild vom Weizenkorn hat Jesus am Ende seiner Lebenszeit gesprochen, als er die Seinen allmählich darauf vorbereitet hat, dass er nicht mehr lange bei Ihnen sein wird und sie dann den weiteren Weg alleine gehen müssten. Und er wusste, dass sie es könnten.

Wir befinden uns gerade in der Halbzeit der Passionszeit. Lätare wird daher auch das Kleine Ostern genannt. Wir können schon die Freude spüren, bald am Ziel zu sein. Dennoch – so empfinde ich es – hat diese Vorfreude noch etwas Banges. Die Passionszeit dient ja auch als Vorbereitung auf dieses neue Leben ab Ostern. Es ist wie ein siebenwöchiges Training, mit dem ich mich einigermaßen fit machen möchte auf das, was mich dann erwartet: Ein neues Leben.

Lätare will mir Mut machen: „Kopf hoch! Sieh nach vorn. Freu Dich, Du hast es bald geschafft.“

Und ich merke wie der Dreiklang der vorangegangen Mutmach-Sonntage in mir nachklingt:

Invocavit

Ich weiß, dass Gott mich hört, wenn ich ihn anrufe. Er ist für mich da. Ich bin nicht alleine.

Reminiscere

Ja, ich kann mich erinnern, wo Gott an meiner Seite war, er mich trotz meiner Fehler gerettet hat. Und ich kann darauf bauen, dass er sich auch daran erinnert.

Okuli

Ja, und wenn ich auf den Herrn schaue, weiß ich auch, wo es langgeht und worauf ich achten muss.

Also, Lätare! Freu dich! Es geht am Sonntag Lätare aber auch um das Thema Angst vor Neuem, der Angst, das Leben nicht aus dem Glauben heraus bewältigen zu können, weil Jesus nicht sichtbar an meiner Seite steht. Das ist eine große Herausforderung an meine Verantwortung, meinen Glauben. Doch das Bild vom Weizenkorn, das erstirbt, um aus dem einen Korn viel neues Leben werden zu lassen, soll mich daran erinnern, dass auch ich aus dem Weizenkorn, eines Weizenkorns, eines Weizenkorns, das aus dem Weizenkorn Jesus erwachsen ist, erwachsen geworden bin, um selbst Frucht zu bringen, eine Frucht, die aus meinem Glauben heraus erwächst. Diese Frucht ist die Freude an dem, was mir Gott an Möglichkeiten gegeben hat und eröffnet. Dazu gehört auch die Nächstenliebe. Und Liebe macht nun einmal zuerst froh. Und mit dieser Freude, die mich verändert, verändere ich auch die Menschen um mich herum und damit die Welt. Und sollte ich Angst davor haben, es nicht zu schaffen, gilt zum einen der Dreiklang oder zwei starke Sätze, die ich heute durch die Ökumenischen Alltagsexerzitien gelernt habe:

Lieber Gott, ich habe große Angst.
Liebe Angst, ich habe einen großen Gott.

Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Wochenende und Zeit, sich Gott zu zeigen

Ihr

Martin Dubberke

Leiter Stabsstelle Diakonie und Theologie

 

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