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Monatswort

  • „Gott hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende.“ (Prediger 3,11)

    September. Der Sommer, der dieses Jahr so außergewöhnlich war in all seinen Aus­prägungen, nimmt...

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Bild | © Martin Dubberke

Das Recht Gottes

Im Sonntag Judika bündeln sich die Erfahrungen aus den vorangegangenen Sonntagen der Passionszeit. Es ist ein Hilferuf an Gott, der sich erinnert, der zuhört, der sieht:

 

Judica me, Deus,
et discerne causam meam de gente non sancta, ab homine iniquo et doloso erue me. Psalm 43,1

Schaffe mir Recht, Gott,
und führe meine Sache wider das treulose Volk und errette mich von den falschen und bösen Leuten! Psalm 43,1

 

Es ist der Ruf des Beters, der sich in einer Situation des Unrechts befindet. Und das Spannende daran ist nicht, dass ihm ein persönliches Unrecht widerfährt, sondern das sich die Welt um ihn herum ins Unrecht begeben hat.

Er spricht vom treulosen Volk, den falschen und bösen Leuten, die um ihn herum sind und er hat das Gefühl, von Gott verstoßen worden zu sein, weil er doch derjenige ist, der an Gott glaubt, nach seinen Geboten handelt. Er versteht die Welt nicht mehr.

Ja, manchmal ist diese Welt nicht mehr zu verstehen. Was passiert, wenn ich ein Gebot breche und nicht unmittelbar danach die Sanktion spüre?

Der Psalmbeter macht deutlich, dass sein letzter Verbündeter Gott ist. Er steht alleine da. Alle anderen Menschen um ihn herum scheren sich nicht um das Recht, sie schauen nicht auf den HERRN, sondern tun das, was ihnen beliebt, was ihnen am nächsten liegt, am meisten nützt. Die neue Grundlage der Gesellschaft, in der sich selbst jeder der nächste zu sein scheint, ist das Unrecht. Das Unrecht wird zum Recht. Was für eine Situation…

Das ist uns aus den Nachrichten, den Zeitungen nicht fremd. Es soll Menschen geben, die Verordnungen erlassen, die das Recht brechen und wenn Richter das Gegenteil behaupten und die Verordnungen stoppen, diese beschimpft oder gar aus dem Amt getrieben werden.

Was ist passiert? Ist der Gehorsam verloren gegangen. Ja, ja, Gehorsam klingt so militärisch, so nach Befehl, so nach Einschränkung der Freiheit und Selbständigkeit. Aber was ist in Wirklichkeit Gehorsam? Nein, mit Kadavergehorsam hat das nichts zu tun. Gehorsam kommt von hören. Ich höre auf etwas, auf jemanden. Ich höre ihm zu, was er mir sagt. Ja, natürlich steht hinter diesem Wort auch eine Hierarchie. In diesem Falle Gott, der vom Menschen Gehorsam erwartet.

Damit wird deutlich, dass der Mensch in einen Verantwortungszusammenhang gestellt ist, der ihm am Ende Freiheit ermöglicht, weil aus dem Gehorsam das Recht Gottes seine Wirkung entfalten kann.

Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Wochenende und Zeit, sich Gott zu zeigen
 

Ihr

Martin Dubberke

Leiter Stabsstelle Diakonie und Theologie

 

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