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Monatswort

  • „Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann“ Offenbarung 21,2

    Liebe Leserinnen und Leser, „Seht!“ oder „Siehe“, das sind bekanntermaßen biblische...

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Bild | © Markus Möllenberg

Liebe Gemeinde zum Jahresfest, 

vor etwa zwei Wochen sind die Ergebnisse zur Mitarbeiterbefragung 2018 beim LAFIM eingegangen und sie wurden bereits in ersten Gremien vorgestellt, alle Einrichtungen und Einsatzorte der verschiedenen Gesellschaften sollen bald in der nächsten Zeit informiert werden.

Unter Punkt 4.3 wurden Sie gefragt, wie wichtig Ihnen persönlich die Wertschätzung am Arbeitsplatz ist. Ganz konkret lautete die Frage  

„Mein Vorgesetzter/meine Vorgesetzte lobt mich, wenn ich gute Leistung erbringe“.  

Die einzelnen Rückmeldungen dazu können Sie den Auswertungen entnehmen. Wichtig ist, dass Ihnen und uns die Antworten wichtig bleiben.  

Manche Menschen stufen das Loben eher schwäbisch ein: „Nicht kritisiert ist gelobt genug.“ Andere loben stets überschwänglich und so inflationär, dass dem auch nicht zu trauen ist.  

Und was ist eigentlich, wenn ich keine unbedingt guten Leistungen erbringe? Möchte ich unbedingt genauso kritisiert wie gelobt werden?  

In einer Gesprächsrunde zur Frage von „Werten im LAFIM“ haben wir festgestellt, dass Lob und Kritik, beide, zu einer aufrichtigen und ehrlichen Wertschätzung im beruflichen Bereich gehören. Jedes angemessen zu seiner Zeit und passend in der Sprache. So kommt es an.  

Aber Hand aufs Herz: Einfach mal gelobt werden, auch zwischen Tür und Angel oder als verstecktes Kompliment, das tut immer gut. Egal, ob es von der Chefin kommt oder von der Kollegin, von dem Auszubildenden oder einer Angehörigen. Wenn es uns erreicht, ist das wie frisches Wasser oder belebender Sauerstoff und es verleiht uns zumindest für einen Moment schon mal Flügel.  

Wir erfahren, dass unser Bemühen, unsere Arbeit und unser Einsatz gesehen und anerkannt werden und dass es sich lohnt, Hand in Hand zu arbeiten. Kaum ein Lob kann schöner sein als das „Von Mensch zu Mensch.“  

In früheren Gottesdiensten zum Jahresfest hatten wir ja die Tradition der Mitarbeiterehrung. Auch eine Art Lob einzelner engagierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Heute und hier soll es für alle hier Anwesenden und die, die nicht teilnehmen konnten, ganz offiziell so klingen: Der Vorstand des LAFIM, Herr Henke und ich, begegnen ihrer Arbeit und ihrem Engagement mit Wertschätzung und Respekt und wir sprechen unser ehrliches Lob aus für ihre Leistungen:  

Vielen Dank dafür!  

Soweit zu uns Menschen. Der Wochenspruch für diese Woche heißt:  

Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat. 

Aus dem Psalm 103, es ist ein sogenannter Lobpsalm, wie der Psalm 104, den wir eben gebetet haben. Gott soll gelobt werden, ganz abgesehen von unseren eigenen Bedürfnissen.  

Die Beter der Psalmen können gar nicht aufhören, ihn, den Herrn, zu preisen. Sie danken für die Schöpfung, für seine Gnade und Gerechtigkeit, für seine Führung und Geleit durch tiefe dunkle Täler des Lebens, für Freude und Wonne und sie nennen es einfach alles „Die Herrlichkeit des Herrn.“  

In den freikirchlichen christlichen Gemeinden, besonders beeindruckend für manchen in den USA erlebbar, ist der ganze Gottesdienst ein hörbares Loben. Es wird beständig laut gebetet, gesungen, manchmal getanzt und nicht selten die Predigt des Pfarrers leidenschaftlich unterbrochen durch ein „O, praise the Lord! O, lobet den Herrn!“  

Das stellt sich in preußisch geprägten evangelischen Kirchen entschieden anders dar… 

In den 1980er Jahren gab es einen Aufkleber „Hast du dein Kind heute schon gelobt?“, der Slogan bleibt wichtig und aktuell. Aber mit dem Wochenspruch formuliere ich ihn mal um  

„Hast du heute oder in der letzten Zeit Gott mal gelobt?“  

Oder eher gemeckert und ihn kritisiert, dass er mehr falsch als richtig in der Welt macht und sein Glas eher halb leer als halb voll ist. Die Seele ist der Ort für den Lobpreis, hier erleben wir tiefe Dankbarkeit für unser Leben überhaupt, hier konzentriert sich die Gewissheit, dass wir nicht aus uns selbst gemacht sind, sondern uns jemandem verdanken.  

Hier sitzt das wahrhaftige Gespür, dass Gutes unser Leben von Anfang an begleitet und viele Brüche und Fehler zunächst bei uns Menschen selbst lagen. Allein unverständlich bleibt für uns das Schicksal; Gott mag es lenken, Gott mag es schenken, er hat die Wahl. 

Wir werden Gott auch die Unterlagen unserer Mitarbeiterbefragung schicken, Vorgesetzte dürfen ja auch daran teilnehmen. Und ich bin gespannt, was er sagen wird auf die Aussage „Die Menschen loben mich, wenn ich gute Leistungen erbringe“. 

„Und der Friede Gottes, der höher ist als alle menschliche Vernunft, der bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn“. Amen. 

Zum Wochenbeginn grüßt Sie herzlich

Pfarrerin Friederike Pfaff-Gronau

Theologischer Vorstand

 

Wochenspruch

Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.       

1. Brief des Petrus, Kapitel 5, Vers 7

Wochenpsalm

Psalm 127, Vers 1-2

Wochenlied

Evangelisches Gesangbuch 369 - Wer nur den lieben Gott lässt walten

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