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Monatswort

  • „Herr, all mein Sehnen liegt offen vor dir, mein Seufzen ist dir nicht verborgen“ (Psalm 38,10)

    Liebe Leserinnen und Leser, am Platz vor der Kirche hat einer Herzen aufs Pflaster gemalt. Ich...

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Bild | © Johannes Dubberke

"Denn alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird; denn es wird geheiligt durch das Wort Gottes und Gebet."

Wow… Ist das nicht toll, was da im 1. Brief des Paulus an Timotheus im 4. Kapitel, die Verse 4 bis 5 steht? Da steht es Schwarz auf Weiß: Denn alles, was Gott geschaffen hat, ist gut. Das erinnert mich doch sofort an den Schöpfungsbericht, wo es heißt: Und Gott sah, dass es gut war.

Und nichts von dem, was Gott geschaffen hat, ist verwerflich.

„…und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird.“ – Tja, da haben wir es wieder: Der Mensch ist die zentrale Schwachstelle. 

Es geht um die Tat des Menschen. Die Welt ist gut von Gott geschaffen, aber sie wird von undankbaren Menschen verdüstert. Von egoistischen Menschen zerstört. Man schaue sich nur den Hambacher Forst an. Ein Juwel des deutschen Waldes, bei dem man das Gefühl hat, dass dort Gott wohnen muss, weil alles in diesem Wald so perfekt geschaffen scheint, eine Gegend, die seit 12000 Jahren – also nach Ende der letzten Eiszeit – bewaldet ist, mit Bäumen, die 350 Jahre alt sind. Was diese Bäume wohl erzählen würden, wenn sie reden könnten? 

So ein Wald ist unersetzbar. Keine Renaturierung wird je wiederherstellen, was in 12000 Jahren entstanden ist. Und wie ein kleiner, weiser Scherz Gottes wirkt es da, dass ausgerechnet die vom Aussterben bedrohte, kleine Bechsteinfledermaus den Wald retten könnte. 

Wie wunderbar ist doch die Schöpfung Gottes. Das klingt doch ganz so, als hätte Gott unsere Gebete erhört.

Trotzdem stellt sich in unserer Welt, in unserer Zeit immer wieder die Frage: Wo ist Gott?

Gott ist überall da, wo wir mit dem Hungrigen das Brot brechen. Gott ist überall da, wo wir den Elenden Obdach geben. Gott ist überall da, wo wir den Elenden kleiden. Gott ist überall da, wo wir Menschen uns nicht unserer Verantwortung unseren Mitmenschen unserer Mitschöpfung gegenüber entziehen. Überall dort, wo wir das tun, wird sich ein Team, eine Gemeinde, eine Region, eine Gesellschaft, ein Land, die Welt verändern, weil Heilung und Gerechtigkeit geschehen. Mit anderen das zu teilen, was ich habe, ist Gott gegenüber Dank für das, was ich habe. Und wenn ich das tue, dann wird die Herrlichkeit Gottes in meinem Rücken sein, wird sie mich stärken, wird sie mich schützen.

Gott ist überall da, wo ich niemanden unterjoche, auf niemanden zeige und niemanden diffamiere, sondern dem anderen mit Wärme begegne. Dann wird das Licht in der Finsternis aufgehen und der Herr wird mich führen und sättigen. Dann ist die Welt wieder so, wie Gott sie gemacht hat: Nämlich gut.

Und deshalb feiern wir Erntedank, um das tätige Danken Gottes durch unser Handeln nicht zu vergessen.

Ich wünsche Ihnen einen guten Start
in diese Woche

Ihr Pfarrer Martin Dubberke

PS

Die Verse aus dem 1. Timotheus-Brief waren am Erntedankfest der Predigttext. Und bei der Gelegenheit empfehle ich auch die Lektüre der alttestamentlichen Lesung für Erntedank. Diese finden Sie beim Propheten Jesaja im 58. Kapitel, die Verse 7 bis 12.

 

Wochenspruch

Aller Augen warten auf dich, und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit.
Psalm 145, Vers 15

Wochenpsalm

Psalm 104 – Evangelisches Gesangbuch 743

Wochenlied

Evangelisches Gesangbuch 324 - Ich singe dir mit Herz und Mund

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