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Monatswort

  • „Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann“ Offenbarung 21,2

    Liebe Leserinnen und Leser, „Seht!“ oder „Siehe“, das sind bekanntermaßen biblische...

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Bild | © Markus Möllenberg

In dieser Woche, am 9.November, jähren sich die Novemberpogrome von 1938 zum 80.Mal. In ihnen trat die Gewalt der Nationalsozialisten gegen jüdische Mitbürger und Einrichtungen offen zutage.

Die vorausgegangene schrittweise Entrechtung, Drangsalierung und Ausgrenzung von Deutschen, die jüdisch waren oder als Juden galten, mündete in eine staatlich gelenkte, öffentliche Verfolgung. Die Nationalsozialisten ermordeten allein an diesem Tag rund 400 Menschen oder trieben sie in den Selbstmord. Sie zerstörten tausend Synagogen, Geschäfte, Wohnungen und jüdische Friedhöfe. Sie inhaftierten weitere 30.000 jüdische Männer und Frauen in Konzentrationslagern. Und doch waren diese Novemberpogrome erst der Auftakt zu einem systematisch betriebenen Staatsterror. Es folgte die  systematische Vernichtung von Juden in unserem Land und in anderen Nachbarstaaten. Ein Massenmord von fast sechs Millionen jüdischen Kindern, Frauen und Männern in Vernichtungslagern. Die Lager Auschwitz-Birkenau, Buchenwald, Dachau und Bergen-Belsen sind nur einige Namen in Erinnerung an das Grauen. Später wurde dafür der Begriff „Holocaust“ geprägt, er ist an das griechische angelehnt und heißt übersetzt „völlig verbrannt“.

Vor zehn Jahren, am 18. März 2008, hielt Bundeskanzlerin Angela Merkel vor dem israelischen Parlament eine Rede. Ein Schlüsselsatz trägt bis heute: „Die historische Verantwortung Deutschlands ist Teil der Staatsräson meines Landes. Die Sicherheit Israels ist für mich niemals verhandelbar“. Ob wir vor der Wende ost- und westdeutsch geprägt waren oder seit der Wiedervereinigung ein einiges Deutschland, diese Solidarität mit dem „Volk Israels“, wie es die Bibel nennt, ist für uns Verpflichtung. Nie wieder, so haben die Mütter und Väter des Grundgesetzes bei ihren Verhandlungen gesagt, darf es zu Judenfeindlichkeit kommen. Verleumdung, Diskriminierung und Unterdrückung bis zur Verfolgung haben nie wieder Platz in unserem Denken. Leider hat das Versprechen nicht überzeugend angehalten. An verschiedenen Orten in unserer Gesellschaft muss man wieder daran erinnern und widersprechen, wenn sich eine Sprache der Vorurteile und Verachtung durchsetzt.

Mit Gedenkveranstaltungen erinnern evangelische und katholische Kirchengemeinden sowie ökumenische Initiativen um den 9. November 2018 herum an den 80. Jahrestag der nationalsozialistischen Novemberpogrome von 1938.

Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, das Erzbistum Berlin und der Ökumenische Rat Berlin-Brandenburg (ÖRBB) laden am Donnerstag, 8. November von 13.00 bis 14.15 Uhr zu einem Gedenkweg ein. Dieser beginnt um 13.00 Uhr an der Topographie des Terrors, führt über den Potsdamer Platz und endet gegen 14.15 Uhr am Denkmal für die ermordeten Juden Europas. Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Dr. Felix Klein, Erzbischof Dr. Heiner Koch und Bischof Dr. Markus Dröge werden den Weg mitgehen und Grußworte sprechen.

Den Gedenkweg und das Plakatmotiv finden Sie auch unter www.gedenken.berlin

An den kommenden beiden Montagen werden Herr Dubberke und ich mit Edith Stein und Dietrich Bonhoeffer an zwei bedeutende Personen im Widerstand zum Naziterror erinnern.

Zum Wochenbeginn grüßt Sie herzlich

Pfarrerin Friederike Pfaff-Gronau

 

Wochenspruch

Dem König aller Könige und Herrn aller Herren, der allein Unsterblichkeit hat, dem sei Ehre und ewige Macht.
1. Timotheus, Kapitel 6, Verse 15b.16a.c

Wochenpsalm

Psalm 33

Wochenlied

Evangelisches Gesangbuch 275 - In dich hab ich gehoffet, Herr

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