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Monatswort

  • „Es ist keiner wie du, und ist kein Gott außer dir“ (2.Samuel 7,22)

    Liebe Leserinnen und Leser, in der Kirchengeschichte des Mittelalters gab es die sogenannten...

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Bild | © Martin Dubberke

Heute ist Rosenmontag. Da geht es im katholischen Köln hoch her. Aber auch wir in Brandenburg können in Karneval. An unseren Standorten in Bad Belzig, Bad Freienwalde, Brandenburg, Cottbus, Falkensee, Finsterwalde, Forst, Fürstenberg, Lindow, Oranienburg, Potsdam, Stahnsdorf, Teltow, Templin, Welzow und nicht zuletzt in Zossen gibt es Karnevalsvereine, die hier im einst protestantischen Kernland Brandenburg nun ins Finale der fünften Jahreszeit gehen.

Auch in unseren Einrichtungen wird Karneval gefeiert. Erst dieser Tage hat mir wieder Wolfgang Masur – ein ganz wunderbarer Zeitungsmensch aus Havelberg – Bilder vom Fasching im Evangelischen Seniorenzentrum Havelberg geschickt. Der Raum war mit Schlangenpapier geschmückt. Ein Sänger sorgte für gute Stimmung und eine Kindertanztruppe führte einen Hexenbesentanz auf und alle Bewohnerinnen und Bewohner und die Kolleginnen und Kollegen hatten sich mit Karnevalshüten, falschen Bärten und lustigen Perücken verkleidet. Einmal jemand anders sein, einmal beim ausgelassenen Feiern nicht erkannt werden. Nicht umsonst heißt es in einem alten Karnevalslied „Wir sind alle kleine Sünderlein.“

Gut, mit einem Hut bin ich nicht sofort ein anderer, aber es erinnert mich an das Verkleiden und die Lust, in eine andere Rolle zu schlüpfen, ein anderer zu sein, als ich sonst bin, ein Clown, ein Casanova, eine Frau, ein Mönch oder gar die Biene Maja und das ganz einfach auszuleben, ohne dabei sofort erkannt zu werden, damit ich dann am Aschermittwoch in mein altes Leben zurückkehren kann. Aber ist das wirklich so? Will ich wirklich in mein altes Leben zurück, wenn ich von all den Küssen, die ich in meinem Kostüm bekommen und geschenkt habe, nichts mehr wissen darf?

Nein, die Larve, also die Maske, hinter der ich mich beim Karneval verberge, und die ich am Aschermittwoch ablege, deutet ja schon an, dass nun ein Wandel geschieht und ich aus der Passionszeit als ein anderer hervorgehe als ich in diese Zeit hineingegangen bin.

Ich bereite mich auf etwas Neues vor und dafür muss ich ganz ich sein. Das bedeutet auch, gewohnte Pfade, Vorstellungen, Lebensweisen, den eigenen Job, die Beziehungen in denen ich lebe, sich aus einer anderen Perspektive anzuschauen. Und manchmal habe ich mir dabei auch Bilder von Menschen gemacht, die eher meinen Wünschen, meinen Vorstellungen als der Realität entsprechen. Auch wenn wir unsere Masken am Aschermittwoch ablegen, bedeutet das noch lange nicht, dass wir nicht anderen Menschen Masken aufsetzen, um sie so zu sehen, wie wir es wollen oder uns passt.

Das machen wir auch gerne mit Gott. Mein, Gott, wie viele verschiedene Vorstellungen erlebe und höre ich in meinen vielen Gesprächen, was er kann oder sollte, was er ist oder nicht ist, warum ich an ihn glaube und warum es ihn auf gar keinen Fall geben kann.

In diesem Zusammenhang musste ich kürzlich über eine kleine Geschichte schmunzeln, die Martin Buchholz, Theologe und Kabarettist, in einem Interview erzählt hat: „Eine Ente sitzt auf dem Thron und trägt eine Krone. Vor ihr steht ein Mann und starrt sie fassungslos an. Und die Ente sagt: "Was soll das denn heißen, Sie haben sich Gott anders vorgestellt?"

Wie stellen Sie sich Gott vor? – Ich lade Sie herzlich ein, sich dieser Frage bis Ostern zu stellen. Vielleicht wollen Sie mich ja an ihren Vorstellungen teilhaben lassen und mir eine Mail schreiben. Ich antworte Ihnen auch, versprochen ;-)

Ihr

Pfarrer Martin Dubberke

mdubberke@lafim.de

 

Wochenspruch

Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem,
und es wird alles vollendet werden,
was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn.
Lukas-Evangelium, Kapitel 18, Vers 31

Wochenpsalm

Psalm 31, die Verse 2-6.8-9.16-17 – Evangelisches Gesangbuch 716

Wochenlied

Evangelisches Gesangbuch Nr. 401 – Liebe, die du mich zum Bilde

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