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Monatswort

  • Was hilft es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt und nimmt doch Schaden an seiner Seele? (Matthäus 16,26)

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Bild | © Friedrike Pfaff-Gronau

Natürlich gibt es kaum einen besseren Ort, Schweigen einzuüben, als ein Kloster. Der Vers aus dem Buch des Jesaja steht ungeschrieben über seinen Eingangstüren. Es gibt unter den verschiedenen Orden von Mönchen und Nonnen seit je her sogar welche mit ausgesprochenem Schweigegelöbnis, das für die überwiegenden Stunden von Tag und Nacht gilt. Das würde uns sicher schwerfallen, einer beredten Rheinländerin besonders.

Nur im Schweigen allerdings erfahre ich, was über gesprochene Worte hinausgeht. Die Stille führt mich zum Innehalten, von außen nach innen. Das gilt für Momente allein, aber auch für Gesprächssituationen, von denen wir annehmen, es ginge ausschließlich ums Sprechen. Schweigen kann auch mitten im schwierigen Gespräch „Für Ruhe und Ordnung sorgen“. Es ist eine kleine Oase der Entschleunigung mitten im Gedränge. In der Seelsorge und dem annehmenden Gespräch überhaupt ist das Schweigen unerlässlich und der beliebte Satz „Ich kann dich so gut verstehen“ fehl am Platz. Krisen und Konflikte haben immer auch etwas Unfassbares und Unverständliches im Gepäck und dem gebe ich am besten Raum durch Zurückhaltung im Reden. Wer einmal bei Schwerkranken als Begleitung gesessen hat, kann viel über das Schweigen lernen und wie es entlastet.

Die Lafim-Diakonie ist selbstredend kein Schweigeorden und kann und soll es auch nicht sein. Kommunikation und Austausch, Information und Wissenstransfer nehmen wir ernst und es ist für uns wichtig. Nur alles im rechten Maß und zur rechten Zeit. In den Geschichten um Jesus gibt es immer mal kurze Einschübe, dass er sich zurückzieht: „Und er ging an eine einsame Stätte und betete dort“, so steht es im ersten Kapitel im Markus Evangelium. Auch Jesus ist kein Wundermann, pausenlos im Einsatz für die gute Botschaft. Er sucht diese Zeiten von Stille und Gebet, um sich zu regenerieren und neu auszurichten. Er muss den Kopf frei bekommen, um sich ganz und gar ins Gespräch mit Gott zu vertiefen. Denn beten heißt, dass ich schweige und Gott spricht. „Ora et labora“ – Bete und Arbeite – so eine bekannte Klosterregel. In dieser Balance liegt wohl eine eigene Kraft. Menschen, die das einst formulierten, haben das erfahren und geben es weiter.

Zum Wochenbeginn grüßt Sie

Pfarrerin Friederike Pfaff-Gronau

 

Wochenspruch

Singet dem HERRN ein neues Lied, denn er tut Wunder.

Psalm 98, Vers 1

Wochenpsalm

Psalm 98 - Evangelisches Gesangbuch 739

Wochenlied

Evangelisches Gesangbuch 302 - Du meine Seele, singe

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