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Monatswort

  • Ihr seid teuer erkauft, werdet nicht der Menschen Knechte. 1.Korinther 7,23

    Paulus erinnert uns an den Kreuzestod Jesu. Der bezahlte, so glauben wir Christen, unsere...

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Wenn sich jemand zu etwas, was er falsch gemacht hat, nur in Worten äußert, nicht aber auch sichtbare Taten folgen lässt, nennt man das Lippenbekenntnis. Es kann ein rein mündliches Zugeständnis sein, das nicht der inneren Überzeugung entspricht: leeres Versprechen, reine Rhetorik. Natürlich ist das Sündenbekenntnis in unseren Gottesdiensten mit der Bitte an Gott um Vergebung ein richtiger Ort des hoffentlich aufrichtigen und ehrlichen Gebets. Es ist ein erstes wichtiges Vorhaben, seine Verfehlungen offen zu benennen und anderen ein Zeichen des Bedauerns zu geben. Schwer genug, selbstkritisch zu Einsichten zu gelangen und zuzugestehen, dass man falsch gehandelt hat. Aber so fängt Bedauern und die Bitte um Entschuldigung an: Es tut mir leid, ich habe einen Fehler gemacht.

Der Bibelvers beim Propheten Ezechiel im Alten Testament geht einen Zweierschritt: Der auf den falschen Weg Geratene wendet sich ab von seinem bisherigen Handeln und ändert es. Aus Ungerechtigkeit wird Recht und Gerechtigkeit, aus Verachtung Annehmen, aus Vorurteilen Toleranz, aus Überheblichkeit Demut. Unser Glaube wandelt die Worte, die Bilder und Sichtweisen; er führt aus der Distanz zu Gott wieder zu ihm hin. „Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern“, beten wir im Vaterunser. Gott vergibt uns und macht uns bereit, selber Vergebende zu sein. „Der wird sein Leben erhalten“, so heißt es bei Ezechiel. „Erhalt mich, Herr, bei deinem Wort“, so singen wir mit einem Lied aus dem Gesangbuch. Das eine ist mit dem anderen verbunden. Das Wort Gottes buchstabiert unser Leben und hält es in der Balance, an ihm wollen wir uns eigentlich ausrichten. Zwischendurch verlaufen wir uns in unseren Lippenbekenntnissen und Sonntags­reden, die alles meinen und nicht viel bedeuten. Recht und Gerechtigkeit zum Beispiel sind nur überzeugend, wenn sie erfahrbar und erlebbar sind. Das 18. Kapitel im Buch des Propheten trägt die Überschrift „Gott richtet jeden nach seinem Tun und fordert Umkehr“. Einfach ausgesprochen, nicht so leicht zu leben!

 

 Wochenspruch:   
Von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade. Johannes 1,16 

Wochenpsalm:

Psalm 133

Wochenlied:  
EG 74 - Du Morgenstern, du Licht vom Licht

 

Zum Wochenbeginn grüßt Sie herzlich
Pfarrerin Friederike Pfaff-Gronau