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Monatswort

  • Ihr seid teuer erkauft, werdet nicht der Menschen Knechte. 1.Korinther 7,23

    Paulus erinnert uns an den Kreuzestod Jesu. Der bezahlte, so glauben wir Christen, unsere...

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Dieser schöne Satz über unser Verhältnis zur Tradition wurde verschiedenen Autoren zugeschrieben. Der oben genannte heute eher unbekannte Historiker Jaures hat ihn ursächlich formuliert und in einer Rede im französischen Parlament 1910 einem rechtsnationalen Politiker erwidert: „Man soll die Vergangenheit ehren. Aber man ehrt und achtet sie nicht wirklich, indem man sich zu den verloschenen Jahrhun­der­ten zurückwendet und eine lange Kette nur pietätvoll verehrt. Die richtige Art, die Vergangenheit zu betrachten, ist, das Werk der lebendigen Kräfte, die in der Vergangenheit gewirkt haben, in die Zukunft weiterzuführen.“ Jean Jaures wird vier Jahre später von einem Rechtsextremen auf offener Straße ermordet.

Kirche und Diakonie sind so gesehen auch Traditionsunternehmen, ihre Vergangen­­heit reicht bis zu den Ursprüngen der Religion überhaupt. Darauf sind wir mit Recht stolz und berufen uns darauf. Wir sehen uns verwurzelt und verortet in weit über 2000 Jahren Geschichte. Wir berufen uns auf alte Schriften und Bekenntnisse aus früheren Jahrhunderten und beten in unseren Gottesdiensten „mit den Müttern und Vätern im Glauben“. Wir singen Lieder aus dem Gesangbuch, deren Ursprung bis in das Mittelalter verweist. Das ist keine Asche, sondern das Leuchtfeuer unseres Glaubens, das uns den Weg weist. Trotzdem dürfen wir nicht übersehen, dass für Menschen, mit denen wir ins Gespräch kommen wollen, der Verweis auf unsere Tradition nicht ausreicht. Manches davon wird sich eher in einem Museum oder Archiv wiederfinden, auch ein wichtiger Ort. Es gilt, gegen den Trend, die lebendigen Kräfte wach zu halten und neue Wege zu entdecken und zu beleuchten. Kaum noch etwas wird heute in der modernen Gesellschaft als zuverlässig, beständig oder gar selbstverständlich angesehen. Auch die Tradition, die uns als Christen fraglos überzeugt, nur in Teilen. Ein Kirchenlied sagt „Tragt in die Welt nun ein Licht“. So verstehe ich das Bild vom Feuer: Wir wärmen uns dort und werden dann zum Licht für die Welt. Unser Licht brauchen wir dabei keinesfalls unter einen Scheffel stellen.

 

Wochenspruch:   
Über dir geht auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. Lukas 13,29 

Wochenpsalm:

Psalm 135

Wochenlied:  
EG 450 - Morgenglanz der Ewigkeit

 

Zum Wochenbeginn grüßt Sie herzlich
Pfarrerin Friederike Pfaff-Gronau