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Monatswort

  • Ja, Gott war es, der in Christus die Welt mit sich versöhnt hat. 2.Korinther 5,19

     

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In den 1970er Jahren erreichte das Buch des Theologen und Pfarrers Jörg Zink mit dem Titel „Wie wir beten können“ sehr schnell hohe Auflagen und eine große Beliebtheit. Es gab den Menschen, vor allem in den Kirchengemeinden, eine wichtige Hilfe zum eigenen Beten. Ganz praktisch und konkret führte es die Leser_innen Schritt für Schritt den Weg aus Sprachlosigkeit und Unruhe in die gesammelte Ruhe und in den persönlichen Dialog mit Gott. Nicht über Gott theoretisch reden, sondern zu Gott sprechen in der Sprache der Zeit. Mit Worten, die jeder mitsprechen kann. Das war das Anliegen von Jörg Zink. Und es hat an Aktualität nicht verloren. In der Liturgie unserer Gottesdienste halten wir mit Recht an überlieferten Worten fest und wiederholen sie; als Beispiele seien das Glaubensbekenntnis und das Vaterunser genannt. Frömmigkeit entsteht und wächst aber auch im eigenen, persönlichen Gebet. Es ist nicht neu, dass man beim Versuch zu beten, die Worte nicht zu finden scheint. Bereits Paulus hat in einem seiner Briefe (entstanden in den ersten Jahrzehnten nach Christus) geschrieben: „Wir wissen nicht, wie wir beten sollen, wenn es wirklich im Sinne Gottes geschieht.“ Wir heutigen Menschen haben einige Übung nötig, um überhaupt die Anfänge eines eigenen Gebets zu erlernen, das über „Gott sei Dank“ und „Gott steh mir bei“ hinausgeht. Wir merken, wieviel Mühe es kostet, auch nur drei Minuten lang bei einer Sache zu bleiben, ohne an zehn andere Dinge zu denken. Vielleicht ist die Lektüre eines „ANgeDACHT“ schon heraus­fordernd … Wir können für andere Menschen nur dann beten - und das ist die tiefere Bedeutung des Fürbittgebetes - wenn wir fähig sind, ohne Vorurteile zu sehen, was in der Welt um uns her vorgeht. Wir bemerken, dass das Gebet bei uns fast nur noch in einem Reden besteht. Das Gebet ist mehr noch ein Hören. Beten kann heißen, einfach nur vor Gott da zu sein. Zu schweigen und zu hören:

 „Herr, lass schweigen, was du nicht selbst in mir redest,
lass still stehen, was du nicht selbst bewegst,
nimm die Stelle ganz ein, die ich jetzt bin,
und tue in mir und durch mich, was dir gefällt.“

Wochenspruch:   
Gelobt sei mein Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet.  Psalm 66,20

Wochenpsalm:
Psalm 92  -  EG 737

Wochenlied:  
EG 
344  -  Vater unser im Himmelreich 302

 

Zum Wochenbeginn grüßt Sie herzlich
Pfarrerin Friederike Pfaff-Gronau