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Monatswort

  • Der Engel des Herrn rührte Elia an und sprach: „Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir. 1.Könige 19,7

     

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Es gibt keinen, und das kann man so sagen, der evangelische Gesangbücher mehr geprägt hat als der Pfarrer und Liederdichter Paul Gerhardt. Im aktuellen Evange­lischen Gesangbuch finden sich immerhin 26 Lieder, deren Texte er geschrieben hat. Darunter sind: „Geh aus mein Herz“, „Ich singe dir mit Herz und Mund“, „Befiehl du deine Wege“, um nur einige wenige zu nennen. Seine Lieder sind nach einer Erhebung auch die weltweit bekanntesten evangelischen Lieder deutschen Ursprungs. Lieder, die Menschen in ihrem Glauben geprägt haben und immer noch prägen.  Die Lieder Paul Gerhards sind wohl deshalb so ansprechend, weil er in ihnen erfahrenes Leid und familiärer Trauer und seine Sehnsucht nach Heilung und Frieden ausdrückt und bearbeitet. Das Bild von Sonne und Glanz ist ein markantes Hoffnungszeichen für ihn.
Am 12.März 1607 wurde er in Gräfenhainichen nahe Wittenberg geboren, 1676 ist er in Lübben verstorben und im Altarraum der heutigen Paul Gerhardt Kirche begraben. In seine Lebenszeit fällt der dreißigjährige Krieg. Bis er 14 Jahre alt ist, hat er seine Eltern verloren, der Verlust von Kindern wird später dazukommen. Nach dem Studium arbeitet er zunächst als Hauslehrer. In diese Zeit fällt die Pestepidemie in Wittenberg und Umgebung. Diese Epidemie war von den Todeszahlen her verheerend. Und auch klimatisch standen die Jahre unter einem Schatten: die sogenannte Kleine Eiszeit sorgte für nasses und düsteres Wetter, Ernten fielen aus und Schwermut lag auf dem Land. So klingt manche Strophe seiner Lieder neu: „Wer fleißig betet und dir traut, wird alles, davor ihm sonst graut, mit tapferm Mut bezwingen; sein Sorgenstein wird in der Eil in tausend Stücke springen.“ Für ihn und seine Zeitgenossen war das noch selbstverständlich. Es gibt im Leben Situationen, da hilft nur noch beten. Dann kann der Sorgenstein zerbrechen und Leben aufatmen. Paul Gerhardt schreibt zunächst Gedichte und nach seinem Umzug nach Berlin und dem Beginn seiner Tätigkeit an der dortigen Nicolai Kirche werden die Gemeindekantoren auf ihn aufmerksam und beginnen, sie zu vertonen. Meist sind sie in der ICH-Form geschrieben, häufig enthalten sie Selbstaufforderungen zur Freude „Ich will den Herren droben hier preisen auf der Erd´, ich will ihn herzlich loben, solang ich leben werd´.“ Und immer wieder gelingt es Paul Gerhardt, sein eigenes Leben in den biblischen Traditionen wiederzufinden und aufgehen zu lassen. Hier spricht einer, der sich an Gottes Taten erinnert und andere erinnern will, auch wenn die Lebensumstände nicht danach aussehen. So ermöglicht er es uns, sich fast wie nebenbei neben ihn zu stellen und mit ihm anzustimmen. Das ist viel, wenn ein Kirchenlied das vermag.

 

Wochenspruch:   
Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.   Lukas 19,10

Wochenpsalm:
Psalm 103,1-13

Wochenlied:  
EG 353  -  Jesus nimmt die Sünder an

 

Zum Wochenbeginn grüßt Sie herzlich

Pfarrerin Friederike Pfaff-Gronau