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Monatswort

  • Ich danke dir, dass ich auf erstaunliche Weise wunderbar geschaffen bin. An mir selber erkenne ich: Alle deine Taten sind Wunder. Psalm 139,14

     

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Als wir in kleinen Gesprächsrunden mit Mitarbei­ter_innen nach den Werten und Grundhaltungen gefragt haben, die unser Arbeiten bestimmen, kam der vorgeschlagene Begriff der „Lebensfreude“ nicht so häufig vor. Hier möchte man entgegnen: „Vergiss die Freude nicht!“, so lautet der Titel eines kleinen Büchleins. Denn die Freude ist etwas so Kostbares und Beglückendes und gleichzeitig ein flüchtiges Gut, das so schnell vergessen und verdrängt wird. Und eins ist klar: So einfach auf Befehl und Knopfdruck funktioniert die Freude nicht. FREU DICH DOCH! Dieser Appell geht ins Leere, Freude lässt sich nicht befehlen. Freude kann man nicht machen. Sie stellt sich ein, wenn etwas stimmt und gut tut. Sie ist nicht Eigenleistung und Werk. Sie hat etwas Himmlisches auf Erden, „Freude schöner Götterfunken“ hat es der Dichter Friedrich Schiller formuliert. Wir brauchen einen tiefen Grund zur Freude. Sonst ist alles zu wenig und es bleibt nur der Spaß. Im 73. Psalm nennt der Beter seinen wahren Grund zur Freude. Da ist ein Mensch, der begeistert bekennt, dass er in Gott seine Zuversicht und Freude findet. Davor hat er allerdings geklagt, dass die Dinge seines Lebens gar nicht gut verlaufen und er sich vom Leben zutiefst geplagt fühlt. Nun stellt er fest: „Ich kann jammern über das, was mir fehlt oder ich bestimme mich über das, was ich habe. Wenn es meinem Herzen gut geht, dann brauche ich nicht andauernd nach den Defiziten zu fragen.“ Solch eine Freude, so eine Gelassenheit, so ein Über-den-Dingen-Stehen, das hat was. Tragen Sie Ihre Gründe der persönlichen Freude später am heutigen Tag doch auch noch ein, hier ist ein freier Platz dafür __________.

  1. Ein wichtiger Faktor ist die Dankbarkeit. Dass wir für die Gaben, von denen wir leben, danken können, unterscheidet uns von allen anderen Geschöpfen. Wir sind dazu geschaffen, auf etwas Größeres als wir selbst bezogen zu sein; wir sind dafür geschaffen, in Beziehung zu Gott zu sein. Es gibt eine gute Übung: jeden Tag am Abend sich fünf Dankpunkte überlegen, ganz konkrete Dinge, für die ich danken kann.
  2. Ein zweiter wichtiger Faktor ist die Unbekümmertheit. Weg von der Sorge um mich selbst - hin auf das Vertrauen zu Gott. Daran, dass Sorgen uns anfliegen, können wir nichts ändern. Doch es steht in unserer Macht, den Sorgen keinen Raum zum Einwurzeln zu geben. Eine französische Philosophin hat es so ausgedrückt „Warum sollte ich mir Sorgen machen? Es ist nicht meine Angelegenheit, an mich zu denken. Es ist Gottes Sache, an mich zu denken.“

  3. Der dritte Faktor heißt Konzentration und Achtsamkeit, damit ich die Freude nicht versäume. Auch hier kann es eine hilfreiche Übung sein, sich einmal am Tag Zeit zu nehmen, um innezuhalten. Selbst wenn es nur fünf oder zehn Minuten sind. Ganz still werden, sich nicht ablenken lassen. Einfach da sein. Spüren, wo ich sitze oder Die Stille aushalten und nach innen lauschen. Alle Gedanken, Bilder und Sätze dürfen durch den Kopf gehen. Aber sie müssen nicht verwertet oder bewertet werden. So kann ich den Lebensstil von Freude und Dankbarkeit erfahren und erleben und ihm in mir Raum geben.

„Das ist meine Freude, dass ich mich zu Gott halte und meine Zuversicht setze auf Gott den Herrn“. Die Freude ist der Zustand, den Gott für uns eigentlich vorgesehen hat. In der Freude leben heißt nicht, keinem Leid zu begegnen. Vielmehr geht es darum, so wie der Beter des Psalms alle Klagen in das Gespräch mit Gott hineinfließen zu lassen und sich aus dem Gespräch mit Gott immer wieder neu für die Freude zu entscheiden. Ein gelingendes Leben braucht diese Freude. Wo sie wohnt, wohnt Segen, wohnt Trost, wohnt Menschlichkeit.


Wochenspruch:   
So spricht der Herr, der dich geschaffen hat und dich gemacht hat: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!  Jesaja 43,1

Wochenpsalm:
Psalm 89

Wochenlied:  
EG 200  -  Ich bin getauft auf deinen Namen

 

Zum Wochenbeginn grüßt Sie herzlich
Pfarrerin Friederike Pfaff-Gronau

 

Foto: Jill Wellington |  pixabay