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Monatswort

  • „Ladet die Hungernden an euren Tisch, nehmt die Obdachlosen in euer Haus auf, gebt denen, die in Lumpen herumlaufen etwas zum Anziehen. Und helft allen in eurem Volk, die Hilfe brauchen!“ (Übersetzung nach Jörg Zink) Jesaja 58,7

     

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Verloren, ahnungslos, unsicher - das englische Wort „lost“ ist das Jugendwort 2020. Das Wort erhielt bei einem von dem Verlag Langenscheidt durchgeführten Online-Voting mit 48% rund die Hälfte der abgegebenen Stimmen. Laut Veranstalter stimmten mehr als eine Million junge Menschen darüber ab. Wörtlich übersetzt bedeutet lost „verloren“. In der Jugendsprache ist damit jemand gemeint, der ahnungslos, unsicher und unentschlossen ist.

Wird dieser Eindruck alles sein, was vom Jahr 2020 übrigbleibt? Dass wir wie Schlaf­wandler taumelnd durch die Zeiten gehen, ohne Sinn und Verstand? Im besten Sinne lassen wir uns lenken und leiten durch wichtige Maßgaben für unsere Gesell­schaft und ihr geordnetes Leben. Aber wir geben doch nicht unsere menschlichen Qualitäten ab und überlassen das Denken allein den Institutionen. „Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann“, die Täler der Ahnungslosen gibt es nicht mehr. Ich kann mich informieren, mich kundig machen und meinen eigenen Standpunkt entwickeln. Dazu ist eine Berieselung durch nicht endend wollende Talkshows nicht ausreichend. Guter und angemessener Widerspruch muss her, wo bleibt der Diskurs der Demokratie? Auch als Diakonie und Kirche sind wir gefragt, die Freiheit eines jeden Christenmenschen entsteht und endet doch nicht im „Lost“, im Verlorensein. Der Apostel Paulus spricht von einer geprüften Hoffnung, in der wir leben. Also schon damals nicht unkritisch, aber stets zuversichtlich, dass letztlich Gott im Regiment sitzt. Im Verständnis des christlichen Glaubens sprechen wir nicht von Beherbergungsverbot, sondern vom Beherbergungsgebot. Das ver­pflichtet uns als Christ*innen, keinem die Tür zu weisen, sie für Geschwächte und in Not geratene Menschen zu öffnen; in allen Zeiten und an allen Tagen. In dem bekannten Spiritual „Amazing grace“ heißt es „I once was lost, but now I am found“, übersetzt „Ich war einst verloren, aber nun bin ich gefunden“. Und ganz und gar mit Martin Luther gesprochen: alles allein durch Gnade. 

 

Wochenspruch:
Heile du mich, Herr, so werde ich heil; hilf du mir, so ist mir geholfen.   Jeremia 17,14

Wochenpsalm:
Psalm 119  -  EG 748


Wochenlied:  
EG 324  -  Ich singe dir mit Herz und Mund

 

Zum Wochenbeginn grüßt Sie herzlich

Pfarrerin Friederike Pfaff-Gronau