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Monatswort

  • „Ladet die Hungernden an euren Tisch, nehmt die Obdachlosen in euer Haus auf, gebt denen, die in Lumpen herumlaufen etwas zum Anziehen. Und helft allen in eurem Volk, die Hilfe brauchen!“ (Übersetzung nach Jörg Zink) Jesaja 58,7

     

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Für fast alles gibt es im Leben eine Gebrauchsanweisung. Auf jeder Tütensuppe finden wir die Anleitung, wie das Gericht gelingen kann: Geben Sie den Packungs­inhalt in eine Tasse, gießen Sie sie mit heißem Wasser auf, umrühren, fertig. Na, das war ja einfach! Schauen wir in den Weiten des Internets nach Anleitungen für ein gelingendes Leben, werden wir ebenfalls schnell fündig. Manches ganz nett, aber auch nicht mehr.

Wir Christ_innen haben eine solche Lebensanleitung von Gott erhalten. In der Bibel finden wir zahlreiche Hinweise, wie unser Leben gelingen kann und wohin es sich im christlichen Glauben ausrichten soll. Die Erzählung im Evangelium des Markus ist eine solche Glaubensanleitung: „Als er aber am galiläischen Meer entlangging, sah er Simon und Andreas, wie sie ihre Netze ins Meer warfen; denn sie waren Fischer. Und Jesus sprach zu ihnen: „Kommt, folgt mir nach; ich will euch zu Menschenfischern machen!“ (MK 1, 16)
Also, verkürzt: ein Gewässer, drei Fischer, ein Handwerk, eine Berufung in die Nachfolge. Mitten aus ihrem Berufsleben werden Simon (später Petrus) und Andreas herausgerufen von Jesus. Er belässt es bei dem Symbolbild ihrer Tätigkeit „Das Fischen“ und wandelt es in „Menschen fischen“ um. Seltsam, mit Angeln, Netzen und lockenden Ködern am Haken - um danach hilflos am Haken zu zappeln? Nein, Jesu Botschaft ist Verheißung, Hoffnung, Zusage; sie spiegeln sich wider im Reich Gottes, das er verkündet und das mit ihm in die Welt gekommen ist, durch sein Wirken. Jesus sagt, modern ausgedrückt: alle menschliche Machtausübung, alle irdischen Herrschaftssysteme sind endlich. Deshalb wird er in der Konsequenz seiner Lehre sie auch immer wieder begrenzen, kritisieren und relativieren. Und in dieser Bibelstelle setzt er eines seiner wichtigsten Zeichen für seine Nachfolger_innen: Ich will euch zu Menschen­fischern machen. Bei und mit und für die Menschen in Gottes guter Schöpfung sollt ihr da sein. Sucht sie an ihren Orten, schaut sie an, hört ihnen zu, helft ihnen auf, erzählt ihnen vom neuen Leben mit der guten Nachricht. Dafür müsst ihr alles bisherige Leben hinter euch lassen: eure Familien, Häuser, Berufe und etwaige wirtschaftliche Sicherheiten. Nur der Verheißung des Reiches Gottes sollt ihr folgen. Es ist kein politisches Reich, sondern will neue, bisher unvorstellbare Beziehungen der Menschen untereinander und mit Gott lebendig werden lassen. Übel und Leid in der Welt können überwunden werden durch Barmherzigkeit und Versöhnung. Jede Frau und jeder Mann ist gerufen und wer es möchte, auch berufen.

Im oben genannten Bibeltext bei Markus 1 ist die Reaktion der Angesprochenen in neun Worten beschrieben: „Sogleich verließen sie ihre Netze und folgten ihm nach“ Fast zu einfach? Im Neuen Testament wird im Weiteren berichtet, wie überzeugend Jesu Botschaft Frauen und Männer in die Nachfolge gerufen hat; wie sie Lebens- und Existenzängste zurückließen, um der Hoffnung und der Zusage zu folgen. In der Apostelgeschichte wird von der Aufgabenverteilung in den ersten christlichen Gemeinden berichtet. Da steht das Wort Gottes im Vordergrund und daraus erwächst das Handeln – die Diakonie.
Menschenfischer für das Reich Gottes, es ist auch ein gutes Bild für heute: jede und jeder mag es auf seine Weise entdecken. Amen

 

Wochenspruch:
Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen.   Matthäus 5,9

Wochenpsalm:
Psalm 90  -  EG 735

Wochenlied:  
EG 153
  -  Wir warten dein, o Gottes Sohn

  

Zum Wochenbeginn grüßt Sie herzlich

Pfarrerin Friederike Pfaff-Gronau