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Monatswort

  • Freut Euch darüber, dass Eure Namen im Himmel verzeichnet sind! Lukas 10, 20

     

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Der Bibelvers stammt aus dem Buch des Propheten Ezechiel, bei Luther „Hesekiel“ genannt. Im Alten Testament wird erzählt, dass er zu einer Gruppe der Bevölkerung gehörte, die aufgrund machtpolitischer Umstände ihr Land verlassen mussten. Nun sitzt er im Exil und spricht seinen Landsleuten Mut und Trost zu, Worte für Vertriebene wie für Geflüchtete. Er sagt: „Unser Staat ist zerschlagen, das Land militärisch besiegt, der Tempel zerstört. Gott sucht sich neuen Wohnraum, mitten unter uns. Da wo wir hingehen, ist er dabei“.
Gottes Ansprache selber ist sprachlicher Ausdruck der damaligen Zeit, ziemlich direktiv und autoritär: „Ich will…..ihr sollt“. Heute müsste sich Gott bei uns kriti­sche Fragen gefallen lassen und sich um demokratische Mehrheiten bemühen. Anweisungen eines starken Chefs reichen allein nicht mehr aus. Beim behutsamen Deuten im Umgang mit dem Bibelwort -etwa aus dem 6. Jahrhundert vor Christi Geburt- könnte man allerdings auch fragen, wo Gott denn bei uns in diesen Zeiten seine Wohnung finden kann. Er wird bei vielen Menschen nicht mehr nach Hause eingeladen, nicht mehr in ihr Leben mit seinen Entscheidungen. Soll er in Gottesdiensten in großen Kirchen mit ganz wenigen Gottesdienstbe­suchern am Sonntag den schrumpfenden Mitgliederzahlen seiner Kirche zusehen, oder den Verlust und Abbruch kirchlicher Traditionen und Rituale kommentieren.
Die Bibel erzählt, dass Gott ein wandernder Begleiter der Menschen ist. Er lebt in Hütten oder Zelten, auf Bergen und in Tälern, in Tempeln und im Verborgenen. Er braucht auch heute keine Luxusimmobilie in zentraler Lage, sondern sucht Heimstatt bei den Menschen selbst. Gott will unser Mitbewohner sein auf Erden, in unserer Gesellschaft, in der Gemeinschaft, in unserem Alltag. Krippe und Kreuz, Himmel und Erde sind seine Koordinaten. Gott wird Mensch und wohnt mitten unter uns.

Gebet:  
Gott, du willst unter Menschen wohnen.
Diese Sehnsucht ist deine Leidenschaft.
Schenke uns Raum für Fragen und Mut zu Antworten.
Wohne in unserer Kirche und in der Gesellschaft.
In unseren Häusern und Herzen,
in unserer Sprache und unseren Taten,
in unseren Feiern und unseren Gebeten.
Amen

 

 

Wochenspruch:
Lasst eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen. Lukas 12,35

Wochenpsalm:
Psalm 126 - EG 750

Wochenlied:  
EG 153 - Der Himmel, der ist, ist nicht der Himmel, der kommt

  

Zu den Gedenktagen im Monat November grüßt Sie herzlich

Pfarrerin Friederike Pfaff-Gronau